Die erste Stillmahlzeit: Anlegen nach der Geburt – wann und wie?

Die Geburt ist geschafft, dein Baby liegt in deinen Armen – ein unbeschreiblicher Moment voller Emotionen. Nun beginnt eine neue, aufregende Phase: das Stillen. Viele Babys suchen instinktiv nach der Brust, einige brauchen ein wenig Unterstützung. Doch keine Sorge – Stillen ist ein Lernprozess. Für dich und dein Baby.

Hier erfährst du, wann und wie das erste Anlegen gelingt und warum du dir keinen Druck machen musst.

Wann sollte das Baby das erste Mal gestillt werden?

Idealerweise findet die erste Stillmahlzeit direkt im sogenannten „goldenen Fenster“ statt – den ersten ein bis zwei Stunden nach der Geburt. Dein Baby hat einen natürlichen Saugreflex und sucht oft selbstständig nach der Brust.

Das frühe Anlegen fördert nicht nur die Bindung zwischen euch, sondern hilft auch deinem Körper, die Milchbildung anzuregen. Falls es nicht sofort klappt, ist das völlig in Ordnung – jedes Baby hat sein eigenes Tempo. Wichtig ist, dass ihr eine entspannte Atmosphäre habt und euch Zeit gebt.

Die Bedeutung des Kolostrums

In den ersten Tagen produziert dein Körper das sogenannte Kolostrum – eine besonders nährstoffreiche, goldgelbe Erstmilch. Diese enthält viele Abwehrstoffe, die das Immunsystem deines Babys stärken. Sie ist zwar nur in kleinen Mengen vorhanden, aber genau richtig für den kleinen Magen deines Neugeborenen. Jede noch so kleine Menge ist wertvoll!  

Möchtest du mehr über das Kolostrum erfahren? Lies gerne hier weiter: Kolostrum – flüssiges Gold für Neugeborene

Wie lege ich mein Baby richtig an?

Das richtige Anlegen ist entscheidend für ein angenehmes Stillen – sowohl für dich als auch für dein Baby. Eine bequeme Position ist der Schlüssel. Ob im Liegen, im Sitzen oder mit Unterstützung eines Stillkissens – probiere aus, was sich für dich und dein Baby am besten anfühlt.

Dein Baby sollte mit seinem ganzen Körper dir zugewandt sein, sein Mund auf Höhe deiner Brustwarze. Unterstütze sanft seinen Kopf und bringe es mit einer leichten Berührung an der Wange dazu, den Mund weit zu öffnen. Wenn es die Brust gut erfasst, sollte es nicht nur an der Brustwarze, sondern auch an einem Teil des Warzenhofs saugen. So verhinderst du wunde Brustwarzen und sorgst für eine möglichst effektive Milchaufnahme.

Wenn das Stillen nicht sofort klappt

Manchmal dauert es ein wenig, bis sich Mutter und Kind aufeinander eingespielt haben. Vielleicht ist dein Baby nach der Geburt sehr müde oder du brauchst noch etwas Unterstützung beim Anlegen. Das ist völlig normal! Hebammen und Stillberaterinnen können dir dabei helfen, eine gute Stillposition zu finden und Unsicherheiten zu lösen. Bleib geduldig mit dir und deinem Baby – Stillen ist eine neue Erfahrung für euch beide.

Die erste Stillmahlzeit ist ein besonderer Moment, aber kein Grund für Stress. Egal, ob dein Baby sofort trinkt oder ihr ein wenig Übung und Unterstützung braucht – ihr werdet euren eigenen Rhythmus finden. 

Unser Hebammen-Tipp

„In der Regel können Mama und das Neugeborene noch einige Zeit nach der Geburt im Kreißsaal zur Ruhe kommen. Das erste Anlegen sollte also noch im Kreißsaal erfolgen – Hebammen sind hier nicht weit entfernt und helfen unterstützen gerne bei Unsicherheiten und Fragen! Gerade dann, wenn du nach der Entbindung körperlich etwas eingeschränkt sein solltest.
Bitte einfach deine Geburtsbegleitung eine Hebamme zu dir und deinem Baby zu holen!“

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