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Sommer bedeutet für viele Familien vor allem eines: endlich viel Zeit draußen. Ein Ausflug auf den Spielplatz, ein Tag im Freibad, Urlaub am Meer oder ein Spaziergang mit dem Kinderwagen gehören für viele einfach dazu. Doch so schön warme Tage auch sind, sie bringen für Babys und kleine Kinder ein erhöhtes Risiko mit sich – vor allem für Sonnenstich, Überhitzung und im schlimmsten Fall sogar einen Hitzschlag. Viele Eltern fragen sich deshalb: Wie viel Sonne ist für mein Kind überhaupt gesund? Woran erkenne ich einen Sonnenstich? Und ab wann wird Hitze gefährlich?
Auch in unserem Podcast „Was Hebammen wirklich denken“ sprechen Hebamme Franzi und Kinderärztin, Intensivmedizinerin und Notärztin Dr. Katharina Rieth darüber, warum Babys und Kleinkinder besonders empfindlich auf Hitze reagieren, welche Warnzeichen Eltern kennen sollten und wie sich Sonnenstich und Hitzschlag oft vermeiden lassen.
Babys und kleine Kinder können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie Erwachsene. Das liegt daran, dass ihr Temperaturzentrum bei Geburt noch nicht vollständig ausgereift ist und sie deutlich weniger schwitzen. Dadurch fällt es ihrem Körper schwerer, überschüssige Wärme wieder abzugeben und ihre Körpertemperatur anzupassen.
Hinzu kommt, dass insbesondere Babys und Kleinkinder deutlich schneller Flüssigkeit verlieren, als Erwachsene. Schon ein längerer Aufenthalt in der Sonne oder sehr hohe Außentemperaturen können deshalb dazu führen, dass der kleine Körper überhitzt. Deshalb sind sie darauf angewiesen, dass Erwachsene aufmerksam darauf achten, ihnen ausreichend Flüssigkeit anzubieten und sie vor der Sonne und starker Hitze zu schützen.
Für Hebamme Franzi und Dr. Katharina Rieth ist die Empfehlung klar: Babys im ersten Lebensjahr sollten möglichst keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Der beste Sonnenschutz beginnt deshalb nicht erst mit Sonnencreme, sondern mit ganz einfachen Maßnahmen im Alltag:
Gerade in der Mittagszeit ist die UV-Strahlung besonders intensiv und die Belastung für den Körper am größten. Die meisten gängigen Wetterapps stellen inzwischen auch Infos über den UV-Index bereit, der zur Planung der Außenaktivitäten genutzt werden kann.
Hitzeerschöpfung, Sonnenstich oder doch ein Hitzschlag? Im Alltag werden diese Begriffe häufig synonym verwendet – der Unterschied ist oft nicht klar. Doch worin genau unterscheiden sie sich eigentlich?
Sonnenstich
Ein Sonnenstich entsteht durch direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Dabei werden die Hirnhäute gereizt. Auffällig ist dabei: Der restliche Körper kann zunächst noch normal oder sogar kühl sein.
Typische Beschwerden sind:
Hitzeerschöpfung
Bei einer Hitzeerschöpfung verliert der Körper durch starkes Schwitzen viel Flüssigkeit und wichtige Salze. Hier ist schnelles Handeln wichtig, damit sich der Zustand nicht weiter verschlechtert.
Mögliche Anzeichen sind:
Hitzschlag
Ein Hitzschlag wird häufig synonym zu einem Sonnenstich verwendet, ist jedoch stark davon abzugrenzen. Bei einem Hitzschlag handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Die Körpertemperatur kann dabei auf über 40 °C ansteigen und der Körper schafft es nicht mehr, sich selbst ausreichend zu kühlen und die Körpertemperatur zu regulieren. In diesem Fall muss sofort der Rettungsdienst verständigt werden.
Mögliche Symptome sind:
Dr. Katharina Rieth erklärt, dass vor allem der zeitliche Zusammenhang beim Erkennen eines Sonnenstichs wichtig ist. Wenn dein Kind nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne plötzlich Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen zeigt, sollte immer auch an einen Sonnenstich gedacht werden.
Bei Babys ist das Erkennen oft schwieriger, weil sie ihre Beschwerden noch nicht mitteilen können. Umso wichtiger ist es, auf kleine Veränderungen zu achten.
Achte deshalb besonders darauf, wenn dein Baby oder Kleinkind:
Die Beschwerden können sowohl wenige Minuten als auch mehrere Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne auftreten. Vertraue deshalb dabei auch deinem Bauchgefühl – Eltern merken oft sehr schnell, wenn sich ihr Kind „irgendwie anders“ verhält.
Eine Frage, die sich Eltern häufig stellen ist, ob sie bei einem möglichen Sonnenstich den Notruf wählen sollten. Da ein Sonnenstich sich verschlimmern und in einen Hitzschlag übergehen kann, ist es wichtig, die Warnzeichen ernst zu nehmen.
Sofort medizinische Hilfe solltest du holen, wenn dein Kind:
Dr. Katharina Rieth betont dabei ganz klar: Lieber einmal zu früh den Notruf wählen als einmal zu spät.
Eine Frage, die sich Eltern häufig stellen ist, ob sie bei einem möglichen Sonnenstich den Notruf wählen sollten. Da ein Sonnenstich sich verschlimmern und in einen Hitzschlag übergehen kann, ist es wichtig, die Warnzeichen ernst zu nehmen.
Sofort medizinische Hilfe solltest du holen, wenn dein Kind:
Dr. Katharina Rieth betont dabei ganz klar: Lieber einmal zu früh den Notruf wählen als einmal zu spät.
Die gute Nachricht ist: Viele hitzebedingte Notfälle lassen sich mit einfachen, vorbeugenden Maßnahmen verhindern.
Hebamme Franzi empfiehlt Eltern:
Gerade kleine Kinder vergessen beim Spielen häufig, ausreichend zu trinken. Umso wichtiger ist es, ihnen immer wieder etwas anzubieten.
„Nutze für Kinderwagen immer nur dafür vorgesehen Sonnensegel oder –schirme. Nutze nie Mulltücher oder ähnliches. Unter dem Stoff staut sich die Hitze, wodurch die Temperatur im Wagen deutlich ansteigen kann.“
Beim Sonnenschutz gilt: Sonnencreme ist wichtig, ersetzt aber niemals Schatten und geeignete Kleidung. Für Babys unter einem Jahr empfehlen die Expertinnen, direkte Sonne möglichst vollständig zu vermeiden. Ist Sonnenschutz dennoch notwendig, eignen sich möglichst mineralische Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor, ohne Parfüm und unnötige Zusatzstoffe.
Außerdem gilt:
Sonne gehört zum Sommer einfach dazu – genauso wie Ausflüge, Urlaub und Zeit im Freien. Damit Kinder die warme Jahreszeit unbeschwert genießen können, ist ein guter Sonnenschutz besonders wichtig.
Hebamme Franzi und Kinderärztin Dr. Katharina Rieth sind sich einig: Vorbeugung ist der beste Schutz. Schatten, ausreichend Flüssigkeit, luftige Kleidung und regelmäßige Pausen helfen dabei, Sonnenstich und Hitzschlag in vielen Fällen zu vermeiden.
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