Kapitel 5 des Webinars Darmgesundheit mit Velgastin®

Teil 5 von 6

Weitere Informationen rund um Blähungen

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Für Eltern

Wenn Eltern ein „Schreikind“ haben, ist das auf Dauer auch für sie und das familiäre Umfeld sehr belastend. Dies kann sich durch Stress, Erschöpfung und vor allem Schuldgefühlen zeigen. Auch das Risiko einer postnatalen Depression von Müttern kann durch exzessives Schreien der Kinder steigen. So ist manchmal schnell die Belastungsgrenze erreicht.

Um durch die Überforderung bedingte Kontrollverluste und Überreaktionen zu vermeiden, ist es wichtig, dass den Eltern frühzeitig Hilfe angeboten wird. Auch ihr als Hebammen könnt Eltern hier mit Rat und Tat unterstützen. Da ihr die Ratgeber Nummer eins für sie seid, ist es wichtig, dass ihr sie bestärkt, Auszeiten zu nehmen und um Hilfe zu bitten.

„Eltern müssen für die eigene Entspannung sorgen, nur so sorgen sie für die Entspannung der Babys. Es ist unsere Aufgabe als Hebammen in diesen Phasen Eltern mit Selbstzweifeln in ihren Kompetenzen und ihrem Tun zu unterstützen. Wir müssen ihnen deutlich machen, dass Auszeiten wichtig und vollkommen okay sind.“   Hebamme Simone Großner

Was Eltern für sich selbst tun können

Zudem kann auf offizielle Unterstützungsangebote wie Schreiambulanzen oder -cafés sowie Erziehungsberatungsstellen zurückgegriffen werden, die kostenlos Hilfe anbieten.

Wann sollten Kinderärzt*innen konsultiert werden?

Auch bei vermeintlich harmlosen Blähungen kann ein Ärzt*innenbesuch sinnvoll sein. Denn abhängig von den Symptomen können (wenn auch selten) schwerwiegende Ursachen eine Rolle spielen. Neben dem eigenen Bauchgefühl der Eltern, zum Beispiel wenn die Unsicherheit sehr groß ist, ist es zudem anzuraten, dass sie bei folgenden Anzeichen Pädiater*innen aufsuchen:

„Wichtig, auch bei Blähungen, ist, dass man nichts übersieht. Zum Glück ist es meist so, dass Eltern sehr schnell den Kinderarzt aufsuchen.“   Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Vera Spies

Auf jeden Fall zu Ärzt*innen sollten Eltern gehen, wenn eine Infektion und vor allem Fieber vorliegen. Gerade auch bei blutigem oder farblosem Stuhl sollten immer Pädiater*innen konsultiert werden.

Manchmal ist die Abgrenzung natürlich schwer. Denn Babys haben beispielsweise sehr unterschiedlichen Stuhlgang. Hier gilt die bekannte Regel: Von zehnmal Stuhlgang am Tag bis zu einmal Stuhlgang in zehn Tagen ist alles möglich. Bei gestillten Kindern kann es hier die größten Zeitabstände geben. Zeigt der Säugling ansonsten ein gutes Wohlbefinden, ist gut gelaunt und schläft gut, schreit nicht häufiger als sonst und weist keine weiteren Symptome auf, ist alles gut. Eltern können hier bestärkt werden auf ihr Bauchgefühl zu hören. Sie kennen ihr Kind am besten und können Veränderungen am ehesten erkennen.

„Eine ganzheitliche Untersuchung des Kindes kann helfen, schwerwiegende Ursachen oder Erkrankungen auszuschließen.“   Fachärztin für Kinder- und Jugendmagazin Vera Spies.

Blähungen bei Schwangeren und in der Stillzeit

Auch in der Schwangerschaft können Blähungen auftreten. Dies liegt meist an der angeregten Produktion des Hormons Progesteron. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutter sich weitet und so Platz für das Baby geschaffen wird. Gleichzeitig entschleunigt es aber auch den Darm und verlangsamt den Verdauungsprozess. Dadurch bleibt die Nahrung länger im Körper und es können sich mehr Gase bilden, die die Ursache von Blähungen sind.

Daneben können osteopathische Übungen gezeigt oder angewendet werden. Hierzu gehört der Vierfüßlerstand. So wird der Körper und vor allem der Bauch entlastet und entspannt, was bei der Verdauung und Entleerung helfen kann. Diese Haltung fördert die bessere Verteilung der Luft im Verdauungstrakt.

„Sollte das Halten des Vierfüßlerstands für die Frauen auf den Handflächen zu anstrengend sein und die Handgelenke zu stark belasten, können sie auch in einen Unterarmstütz wechseln.“   Osteopath Kurt Mangelmann

Hinweis: Frauen, die bereits während der Schwangerschaft unter Blähungen leiden, tun dies meist auch noch während des Stillens. Die oben genannten Tipps können dann ebenso wirken.

Wann sollten Ärzt*innen aufgesucht werden?

Sollten die Beschwerden der Schwangerschaftsblähungen über das harmlose Stadium hinausgehen, sollten Betroffene Ärzt*innen oder Gynäkolog*innen aufsuchen. Gerade, wenn folgende Symptome allein oder in Kombination auftreten:

Häufige Fragen

Rund um Blähungen gibt es weitere Fragen, die Eltern häufig stellen. Zu den unterschiedlichen Themen und Fragen haben unsere Expert*innen Stellung bezogen.

Zusammenhang von Darmmikrobiom und Blähungen

Der Darm und Gase hängen eng zusammen. So ist dieser Teil des Verdauungstraktes in der Regel gut ausgebildet, die Gase physiologisch zu verwerten und zum Darmausgang weiterzuleiten. Zudem bilden die Bakterien, aus denen sich das Darmmikrobiom zusammensetzt, selbst Gase. Dies ist beispielsweise abhängig von der Nahrung. Das heißt eigentlich hat der menschliche Körper, beziehungsweise gerade der Darm und sein Mikrobiom regelmäßig mit Gasen zu tun. Laut Prof. Dr. Dirk Haller sind also in diesem Zusammenhang die wichtigen Fragen: Wie vertrage ich Gas? Wie kommt der Magen-Darm-Trakt mit Gasen zurecht und verteilt diese? Unterschiedliche Bakterien produzieren auch unterschiedlich viel Gas, das der Darm verarbeiten muss. Wie der Magen-Darm-Trakt mit der Art und der Menge des Gases umgeht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Genaue pathologische Aussagen sind derzeit weiterhin schwierig zu treffen.

„Man versteht in der Wahrnehmung bisher noch nicht, warum manchmal Gase ein Problem sind und ein anderes Mal nicht. Dies hat mit der Physiologie des Abdomens, mit der Darmwand, Bauchwand zu tun … Bisher gibt es noch keine klare Korrelation zwischen einer bestimmen Zusammensetzung der Mikrobiota und der Menge an Gas, die produziert wird.“   Prof. Dr. Dirk Haller, Experte des Darmmikrobioms

Manche Menschen, Babys wie Erwachsene, kommen mit Gasen besser klar, andere weniger, aber generell steht die wissenschaftliche Erklärung hierfür immer noch aus, auch wenn Prof. Dr. Dirk Haller klar stellt, dass die Reifung des Darms durchaus eine Rolle spielen kann.

Zusammenhang von Blähungen und exzessivem Schreien

Blähungen können für Kinder sehr schmerzhaft sein. Da sie als einziges Kommunikationsmittel auf Schreien zurückgreifen können, sind diese Phasen durchaus auch mit heftigem Schreien verbunden.

„Der Zusammenhang ist abhängig davon, wie sehr die Kleinen leiden. Sie können sich reinsteigern, weil sie Schmerzen haben, schreien in der Folge. Schlucken dann aber in der Folge mehr Luft, wodurch die Blähungen unterstützt werden können. Dies kann das exzessive Schreien häufig verursachen.“   Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Vera Spies.

Schreien und Blähungen bedingen sich gegenseitig und es kann sich ein Teufelskreis entwickeln, aus denen ohne Hilfsmittel schwer wieder herausgekommen werden kann.

Sollten Schrei- und Blähungsphasen lange anhalten, sind Eltern angeraten, gemeinsam mit Pädiater*innen nach (weiteren) Ursachen für die Beschwerde zu schauen.

Spätfolgen von Blähungen

Eine australische Studie1 hat den Zusammenhang von Schreibabys und möglichen Spätfolgen, wie Verhaltens- oder Regulationsproblemen in Bezug auf das Schlafen, Essen und Temperament untersucht und hat keine Kausalität entdeckt. Klingen Schreiphasen, die auch als Regulationsstörungen bezeichnet werden, innerhalb von drei Monaten ab, beeinflussen sie weder das Verhalten des Kindes noch das Familienleben.

Du hast das Ende des Webinars erreicht. Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und Teilnahme.

Du kannst dir gerne alle Inhalte erneut anschauen und alle Kapitel erneut bearbeiten. Bist du bereit, kannst du am Ende dieser Seite unseren Fragebogen zu diesem Thema ausfüllen, um das Webinar erfolgreich abzuschließen.

Wir hoffen, dass du mit diesem Webinar viele Elemente gelernt oder aufgefrischt hast, die dich zukünftig in der Beratung mit deinen Eltern unterstützen.

Solltest du inhaltliche Rückfragen zu einzelnen Kapiteln oder zur Ablauf des Webinars haben: Melde dich gern bei uns per Mail an kontakt@hebammen-testen.de.

Wir wünschen dir viel Erfolg beim Abschlusstest.

1 Bell G et al., Behavioral Outcomes of Infant Colic in Toddlerhood: A Longitudinal Study, The Journal of Pediatrics, 2018.

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